Integrationskick, gemeinsame Abende im Fanprojekt, Einladungen zu Heimspielen sowie weitere Projekte in Planung: Die Lilien setzen sich für eine nachhaltige Integration von Flüchtlingen ein.

Der erste Schritt zum neuen Projekt der Sozialkampagne "Im Zeichen der Lilie" wurde bereits im Januar dieses Jahres getan. Im neuen Rathaus kamen Vertreter des Fanprojekts, des Sozialdezernats der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des SV 98 zusammen, um über die Möglichkeiten zu sprechen, die zukünftigen Herausforderungen einer Willkommenskultur für Flüchtlinge zu meistern. Alle Parteien waren sich einig: Wir wollen helfen um die Integration in Darmstadt und der Region zu vereinfachen.

Sozialdezernetin Barbara Akdeniz war von Beginn an vom Projektvorschlag begeistert: "Mit dem Projekt zeigen sowohl der Verein als auch das Fanprojekt, dass sie die Willkommenskultur am Böllenfalltor für Flüchtlinge praktisch umsetzen. Sport fördert Integration in einer besonderen Weise und ermöglicht Kontakte und eine Anbindung an den Verein. Gleichzeitig werden über das Miteinander Sprachkenntnisse erworben. Eine tolle Sache, die im Zeichen der Lilie wieder einmal das soziale Engagement deutlich macht."

Nach vielen Wochen der Vorbereitung und Planungen auf allen Seiten startete das Projekt nicht wie man meinen mag auf dem Sportplatz, sondern bei einem gemeinsamen Grillfest auf dem Stadiongelände des Merck-Stadion am Böllenfalltor. Der Einladung folgten rund 50 Personen unter denen neben den Flüchtlingen auch deren Betreuer sowie Fans und Mitarbeiter des SV 98 waren. Der Tag wurde genutzt, um sich ein wenig kennenzulernen und die Absprachen für die erste Einheit auf dem Platz zu besprechen. Seit April findet nun wöchentlich ein Integrationskick statt, an dem regelmäßig rund 30 Personen teilnehmen, darunter Flüchtlinge, Fans und Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Außerdem veranstaltet das Fan-Projekt regelmäßig gemeinsame Abende.

Johannes Musch vom Fanprojekt: "Uns ist es wichtig, Connections herzustellen. Dabei geht es auch darum, dass sich die Flüchtlinge untereinander kennenlernen und vernetzen. So entstehen Freundschaften und man kann sich gegenseitig helfen. Ein weiterer Fokus unserer Arbeit liegt darin, die jungen Fußballfans für dieses Thema zu sensibilisieren - insofern das überhaupt notwendig ist. Denn die aktive Fanszene engagiert sich schon lange für die Partizipation von Flüchtlingen. Es ist schön zu sehen, wie aufgeschlossen und kontaktfreudig die jugendlichen Lilienfans sind. Es gibt keine Berührungsängste. Neben dem wöchentlichen Kick veranstalten wir ab und zu gemeinsame Abende bei uns im Fanprojekt. Wir laden alle Flüchtlinge und Fans ein. Bei kostenlosen Getränken und Essen gibt es die Möglichkeit, sich auszutauschen."

Um die Profis auch live am Ball sehen zu können, lädt der SV 98 die Flüchtlinge zu Heimspielen ins Merck-Stadion am Böllenfalltor ein. So waren zum Beispiel beim Bundesliga-Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim 20 der am Integrationskick teilnehmenden Flüchtlinge im Block 1898. Mit einem "Refugees welcome"-Banner setzten die Lilienfans zudem während der Begegnung ein klares Zeichen.

Und auch in Zukunft möchte sich der SV Darmstadt 98 weiterhin intensiv engagieren. "Wir wollen mit unserer Kampagne nachhaltig eine Verbesserung der Situation schaffen. Daher war es uns zunächst nicht wichtig, das Projekt medial zu verbreiten, sondern Strukturen zu schaffen, die die Integration erleichtern", so Markus Pfitzner, Vizepräsident SV Darmstadt 98. Florian Holzbrecher, Leiter Marketing & Events bei den Lilien ergänzt: "Für die Zukunft planen wir zusätzlich zum wöchentlichen gemeinsamen Kick unter anderem ein Gesundheitstag und gemeinsam mit dem Sponsorennetzwerk des SV 98 eine Stellenbörse für die Geflüchteten. Zudem haben viele der Teilnehmenden großes Interesse daran, auch am Regelspielbetrieb in einem der anderen Darmstädter Verein teilzunehmen. Für eine Kontaktherstellung möchten wir uns ebenfalls einsetzen."

Alle Vereine, die sich eine Kooperation vorstellen können, möchten wir bitten sich mit Jonathan Prinz (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) in Verbindung zu setzen.

                               

 

 

Foto: janehlers.net





 
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